MITTELOHRENTZÜNDUNG
Otitis media. Schnupfen. Bakterien. Virus.
WAS IST DAS?
Eine Mittelohrentzündung (Otitis media oder Akute Otitis media) findet in der Ohrtrompete, der Verbindung zwischen Mittelohr und Rachenraum statt.
Es ist eine Entzündung der Schleimhäute im Mittelohr, dem Bereich hinter dem Trommelfell. Sie tritt besonders häufig bei Säuglingen und Kindern auf, kann aber auch Erwachsene betreffen.
Oft entsteht sie im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einem Infekt der oberen Atemwege.
WIE ENTSTEHT SIE?
Das Mittelohr ist über die sogenannte Eustachische Röhre (Ohrtrompete) mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Sie sorgt für die Belüftung des Mittelohrs und den Druckausgleich.
Sind die Schleimhäute bei einer Erkältung angeschwollen, kann diese Verbindung beeinträchtigt sein.
Flüssigkeit sammelt sich hinter dem Trommelfell und bildet einen günstigen Nährboden für Krankheitserreger.
Eine Mittelohrentzündung entsteht meist durch eine Erkältungskrankheit mit ihren üblichen Begleiterscheinungen wie Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Die Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend, sie wird ausgelöst durch bakterielle oder virale Infekte.
Diese Infekte sind natürlich ansteckend. Vom Nasen-Rachen-Raum wandern Krankheitserreger über die Eustachische Röhre oder Ohrtrompete - das Verbindungsstück zwischen Nase, Rachen und Mittelohr – in das Mittelohr. Durch eine Entzündung schwillt die Ohrtrompete an, Flüssigkeiten können nicht mehr wie gewohnt abfliessen, ein Druck entsteht. Bei Kindern ist die Eustachische Röhre noch viel kürzer, sie schwillt leichter zu – ein Grund dafür, dass gerade Kinder unter drei Jahren besonders häufig an einer Mittelohrentzündung leiden. Der Druck im Mittelohr sorgt für teils heftige, stechende Ohrenschmerzen. Bei Kindern kommt in der Regel noch teilweise hohes Fieber hinzu. Auch Erwachsene können eine Otitis media bekommen, meist als Folge einer heftigen Erkältung.
Die Mittelohrentzündung ist immer Folge einer Atemwegsinfektion.
URSACHEN UND RISIKO
- Erkältungsviren
- Influenza-Viren
- Bakterien
- Pneumokokken
- A-Streptokokken
- Staphylokokken
- Haemophilus influenzae
WAS KANN PASSIEREN?
Wenn der Flüssigkeitsdruck im Mittelohr zu gross wird, kann es zu einem Trommelfellriss kommen.
Das ist oft vom Gefühl her mit Erleichterung verbunden, denn die Schmerzen lassen dann nach. Der Riss verheilt wieder, jedoch können sich bei häufigen Mittelohrentzündungen Narben auf dem Gewebe bilden, die wiederum Hörstörungen verursachen.
Heutzutage wird eine Mittelohrentzündung nicht mehr sofort mit Antibiotika behandelt. Die Ärzte versuchen, mit geeigneten schmerzstillenden und entzündungshemmenden Mitteln die Beschwerden zu lindern und abzuwarten.
Nach einigen Tagen ist die Schwellung der Ohrtrompete in der Regel zurückgegangen, die Flüssigkeiten haben sich ihren Weg gesucht, die Begleiterscheinungen klingen ab.
DIE SYMPTOME
Eine Mittelohrentzündung macht sich bemerkbar mit starken Ohrenschmerzen und möglicherweise auch dumpfen Ohrgeräuschen.
Dazu können Fieber und Druck auf den Ohren kommen. Mattigkeit und Krankheitsgefühl hängen mit der ursächlichen Infektion zusammen.
Manchmal werden auch eine Hörminderung oder Kopfschmerzen beschrieben. Babys und Kleinkinder äussern sich durch weinerliches Verhalten, sie haben Fieber, trinken schlecht und greifen sich mitunter oft an das Ohr.
Kleine Kinder können auch ganz unspezifisch über Bauchschmerzen im Zusammenhang mit einer Otitis klagen.
Die Schmerzen können einige Tag anhalten, sobald die Ohrtrompete abschwillt und die Flüssigkeit abfliessen kann, verringert sich auch der Druck und die Betroffenen sind zunehmend beschwerdefrei.
WIE WIRD DIE DIAGNOSE GESTELLT?
Um Komplikationen und Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollte bei heftigen Ohrenschmerzen, unbedingt ein Kinderarzt oder Arzt aufgesucht werden.
Der Arzt wird sich mit einer Otoskopie (Ohruntersuchung mit dem Mikroskop) das Trommelfell ansehen. Das gesunde Trommelfell hat eine graue Farbe und zeigt sich spiegelnd und leicht durchsichtig.
Wenn sich hier Sind hier Blasen, Rötungen, Verdickungen, Wölbungen oder austretende Flüssigkeitzeigt, liegt der Verdacht auf eine Mittelohrentzündung nahe.
Mit einer Tympanometrie werden meist die Funktionen des Mittelohrs geprüft, der Druck wird gemessen und die Beweglichkeit des Trommelfells werden gemessen.
Mithilfe eines Hörtests können Hörminderungen oder -störungen festgestellt werden.
Gerade bei häufigen Mittelohrentzündungen ist das wichtig für die weitere Therapie.
WIE KANN MAN VORBEUGEN?
Bis zum Alter von drei Jahren haben 80 Prozent der Kinder mindestens eine Mittelohrentzündung durchgemacht. Infekte lassen sich gerade bei kleinen Kindern kaum verhindern, aber man kann das Risiko ein wenig minimieren.
=> Laut Studien sind Kinder häufiger betroffen, die viel Nuckel lutschen
=> Pneumokokken-Impfung kann kleine Kindern teilweise zu schützen
=> Grippeimpfung kann das Risiko einer Mittelohrentzündung senken
=> Stillen hat eine Schutzwirkung – gestillte Kinder erkranken in den ersten zwei Jahren seltener an einer Otitis.
=> Ein gesunder Lebensstil, das Spielen im Freien und eine gewisse Abhärtung, widerstandsfähiger gegen Erkältungen zu werden
=> Rauchen sollte unbedingt in Gegenwart von Kindern unterlassen werden, es senkt die Abwehrkräfte und schadet den kindlichen Atemwegen.
Normalerweise heilt eine Mittelohrentzündung innerhalb von zwei Wochen aus, der Grossteil der Erkrankten hat bereits nach einem Tag keine Schmerzen mehr.
Antibiotika werden heute meist nicht mehr zur Therapie eingesetzt, es sei denn, es zeichnen sich Komplikationen ab.
Nach dem siebten Lebensjahr wird das Risiko einer Mittelohrentzündung geringer, grundsätzlich kann man aber auch als Erwachsene daran erkranken.
Eine immer wiederkehrende Mittelohrentzündung entsteht meist aufgrund besonderer anatomischer Bedingungen (Polypen, Rachenmandeln), die eine gute Belüftung der Eustachischen Röhre verhindern oder erschweren.
In diesem Fall kann unter Umständen eine Operation sinnvoll sein.
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MUTTER+ KIND APOTHEKE
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