ALLERGIEN

WAS IST EINE ALLERGIE

Das aus dem griechischen stammende Wort "Allergie" bedeutet: Bis zur Überempfindlichkeit gesteigerte Immunreaktionen des Organismus auf körperfremde Substanzen, die "Allergene".

Fast jeder Stoff kann allergieauslösend werden und unterschiedliche Beschwerden verursachen. Diese Allergene bewirken sofort nach ihrem Eindringen in den sensibilisierten Organismus allergische Veränderungen an Haut und Schleimhäuten, die jedoch nur von kurzer Dauer sind.

Bei häufiger Einwirkung des Allergens entstehen allergische Krankheiten. Die Liste der bislang bekannten Allergien ist endlos und die vielfältigen Ursachen leider noch nicht ausreichend erforscht.
Neben den Erbfaktoren, der zunehmenden Umwelt-Verschmutzung durch die heutige moderne Lebensform, einer ungesunden Lebens- und Ernährungsweise haben auch psychische Faktoren einen Einfluss auf Allergien.

Eine der häufigsten Allergien
ist die Pollenallergie, unter der etwa 16 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet. Ausgelöst wird sie durch den Blütenstaub von Sträuchern, Bäumen, Gräsern, Getreide und Kräutern. Kommen diese Blütenpollen mit den Schleimhäuten am Auge oder in der Nase in Berührung, löst der Körper bei entsprechend sensibilisierten Allergikern eine allergische Reaktion aus.

SYMPTOME HIERFÜR KÖNNEN SEIN:

  • Bindehaut-Entzündung mit geröteten, juckenden und tränenden Augen
  • Niesattacken mit starker wässriger Sekretion
  • Laufende Nase oder Verstopfung der Nase
  • Juckreiz der Schleimhäute und Kratzen im Rachenbereich
  • Asthma-Anfälle

ALLERGIE ODER ERKÄLTUNG WIE UNTERSCHEIDET MAN?

Die Symptome von Atemwegsallergien können leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden. Bei beiden Erkrankungen treten häufig Schnupfen, Niesen, gerötete Augen, Husten, Atembeschwerden und Abgeschlagenheit auf. Grippale Infekte gehen oft mit Fieber einher. Bei Allergien kommt es dagegen häufig zu Juckreiz, beispielsweise können die Nase oder die Augen jucken, Fieber tritt eher selten auf. Allergie Symptome treten entweder ständig, in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Zeiten auf.
Im Zweifelsfall sollten Sie jedoch einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Schon aus einer genauen Befragung des Patienten erhält der Arzt Informationen darüber, ob eine Allergie oder eine Infektion vorliegt. Weitere Hinweise liefern die körperliche Untersuchung und Labortests. Bei grippalen Infekten oder einem nicht-allergischen Schnupfen stellt der Facharzt oftmals eitriges Sekret und geschwollenes Lymphgewebe fest. Allergien können mit einem Hauttest nachgewiesen werden.

DIE ALLERGENE UND DAS IMMUNSYSTEM

Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Proteine (Eiweiße), die beispielsweise als Bestandteile von Pflanzen (Pollen), Tieren (Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengift) oder Nahrungsmitteln in den menschlichen Organismus gelangen und dort, vom Immunsystem bekämpft werden, obwohl sie eigentlich harmlos sind. Warum es zu solch einer Reaktion des Immunsystems kommt, ist nicht leicht zu beantworten.

Bekannt ist, dass für die Prägung des Immunsystems die ersten Lebenswochen und -monate von Bedeutung sind. Damit der Körper eine funktionsfähige Abwehr und notwendige Schutzmechanismen gegen körperfremde Substanzen aufbauen kann, muss sich das heranreifende Immunsystem mit vielen Fremdstoffen (Antigenen) auseinandersetzen. Es muss lernen, zwischen unschädlichen und schädlichen Substanzen zu unterscheiden und erstere zu tolerieren. Doch genau hier wird es oft fehlgeleitet.

Wenn der Organismus nicht mit Toleranz reagiert, sondern fälschlicherweise Abwehrmaßnahmen einleitet, also eine Allergie entwickelt, hängt dies nicht allein von der genetischen Veranlagung ab. Offensichtlich spielen auch Umwelteinflüsse und vor allem der Zeitpunkt des ersten Allergenkontakts und die Menge der Aufnahme eine Rolle. Vor diesem Hintergrund sollte man unbedingt den frühen Kontakt mit potenziellen Allergenen und eine frühe Sensibilisierung des Säuglings vermeiden. Dies gilt in besonderer Weise für alle Kinder, die aus einer vorbelasteten Familie stammen.

SCHWANGERSCHAFT UND ALLERGIEN

In der Schwangerschaft kann man normalerweise allergische Erkrankungen mit topischen oder oralen Antihistaminika, Cromoglicinsäure und topischen Glucocorticoiden gut behandeln. Dabei sollte man sich den bekannten Allergenen (Nahrungsmittel, Hausstaubmilben etc. ) nicht aussetzen bzw. sie vermeiden.

Eine Hyposensibilisierung, die mit gutem Erfolg bei Insektengiftallergien und auch bei Heuschnupfen eingesetzt wird, kann auch in der Schwangerschaft ohne Dosissteigerung weiter fortgeführt werden, wenn sie bisher gut vertragen wurde. Glucocorticoidhaltige Depotpräparate sollten vermieden werden.

Eine vorübergehende Anwendung von abschwellenden Nasentropfen, wie Xylometazolin oder Oxymetazolin ist prinzipiell möglich, sollte aber aus allgemeinen Erwägungen auf maximal (8-)10 Tage begrenzt bleiben.

ALTERNATIVE HEILMITTEL

Eine gute Alternative bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft bietet die Naturheikunde.
Um das Durchatmen zu erleichtern und die Nase frei zu bekommen, kann mit einer isotonen Salzlösung die Nase gespült werden. Durch diese Salzspülung wird die Nase auch von den allergieauslösenden Stoffen befreit.

Auch Ohr-und Körperakupunktur kann Linderung bringen. In manchen Fällen kann sogar komplett auf die Einnahme von
Heuschnupfenpräparaten verzichtet werden kann. Durch die Stimulation der richtigen Akupunkturpunkte wird die
Abwehr der Lunge gestärkt und dem Juckreiz der Nasenschleimhäute entgegen gewirkt.

HOMÖOPATHIKA
Homöopathische Mittel in Form von Tropfen oder Globuli können alternativ ebenfalls eine gute Hilfe sein.
Es ist ratsam sich genau beraten zu lassen, denn auch hier können evtl. Nebenwirkungen auftreten.
Bei der homöopathischen Therapie gegen Heuschnupfen werden folgende Arzneien häufig gegeben:
Allium Cepa
Verursacht der Heuschnupfen brennenden Schnupfen und und führt zu tränenden Augen, dann
lindern Allium Cepa Globuli die Beschwerden.
Euphrasia
Treten beim Heuschnupfen vorwiegend geschwollene Augen auf und ein milder Schnupfen, dann
empfiehlt sich die Einnahme von Euphrasia Globuli.

SCHÜßLER-SALZE

Nr. 2 - Calcium phosphoricum, 10 Tabletten
Nr. 3 - Ferum phosphoricum, 10-20 Tabletten
Nr. 4 - Kalium chloratum, 10 Tabletten
Nr. 6 - Kalium sulfuricum, 10 Tabletten
Nr. 8 - Natrium chloratum, 20-30 Tabletten
Nr. 10 - Natrium sulfuricum, 10-20 Tabletten
Nr. 24 - Arsenum iodatum, 7 Tabletten
Angaben in Tagesdosen, auf 4-5 Einnahmen verteilt.

HÄUFIGSTE ALLERGIE-AUSLÖSER BEI KINDERN

  • Nahrungsmittel: Kuhmilch, Fische, Nüsse, Hühnereiweiß
  • Insektengift: Biene, Wespe
  • Medikamente: Penicillin, Kontrastmittel, Allergenextrakte

SYMPTOME EINER ALLERGIE

  • Entzündete Augenlider, feucht und verklebt oder sehr trocken
  • Geschwollene Augenlider
  • flächenhafte, juckende Hautrötung mit Bläschen, Krustenbildung und Schuppen
  • stark juckende Quaddeln
  • Erbrechen
  • Blutiger Stuhl
  • Durchfall
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Asthmatische Symptome
  • Heuschnupfen
  • Entzündeter Hals
  • Akute Atemnot

FRÜHSYMPTOME EINER ALLERGIE BEI KINDERN

  • Quaddeln
  • Hautrötungen mit Hitzegefühl
  • Juckreiz
  • Bauchschmerzen
  • Juckende Augen und Nase

NAHRUNGSMITTELSENSIBILISIERUNG BEI BABYS

Bei Säuglingen besteht ein besonders hohes Sensibilisierungsrisiko durch die Ernährung. Denn im ersten Lebensjahr ist der Magen-Darm-Trakt die Haupteintrittspforte für Fremdstoffe. Ab der dritten bis vierten Lebenswoche werden die Abwehrzellengebildet, die hauptsächlich für die Immunabwehr im Darm verantwortlich sind. Erst dann können sie in der Schleimhaut des Darms wie eine Barriere gegen Fremdstoffe wirken.

Allerdings ist die Darmschleimhaut bei Säuglingen in den ersten sechs Monaten noch wesentlich durchlässiger als im späteren Leben, so dass ihre Barrierefunktion längere Zeit eingeschränkt bleibt. Somit können auch größere, noch nicht abgebaute Eiweißmoleküle aus der Nahrung leichter passieren. Folglich wächst das Risiko von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und allergischen Reaktionen.

Muttermilch gilt als der optimale Schutz vor Krankheiten und Allergien. Kinderärzte und Allergologen raten daher, Säuglinge vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die aus einer Familie mit erhöhtem Allergierisiko stammen.
Mütter die nicht ausschließlich stillen können, wird empfohlen, allergiegefährdete Kinder mindestens bis zum Alter von vier Monaten mit allergenarmer (hypoallergener) Säuglingsnahrung zu ernähren.

Bei dieser auch als HA-Nahrung bezeichneten Säuglingsnahrung ist das enthaltene Milcheiweiß bereits aufgespalten, um so die Allergenität zu senken. Ganz entscheidend für die allergiepräventive Wirkung der HA-Nahrung ist dabei die Art der Zerkleinerung des Milcheiweißes, d. h. es muss an den richtigen Stellen aufgespalten werden. Hierin unterscheiden sich die verschiedenen HA-Nahrungen.
Nicht empfehlenswert sind Produkte auf Basis von Sojaeiweiß, die immer wieder als Ersatz zu tierischem Eiweiß angeboten werden. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin weist ausdrücklich darauf hin, dass Säuglingsnahrungen aus Sojaeiweiß kein Ersatz für Kuhmilchprodukte sind. Sojanahrung ist nicht für die Ernährung gesunder Säuglinge geeignet und besitzt keinen allergiepräventiven Effekt. Auch für Produkte aus Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch konnte bislang keine allergievorbeugende Wirkung nachgewiesen werden.

SO KANN MAN VORBEUGEN

  • Nach dem Stillen abwechslungsreiche Ernährung: Möhren, Kartoffeln, Erbsen, Mais, Reis, Bananen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche
  • Auf Fertigprodukte verzichten, denn sie enthalten oft allergene Lebensmittel, obwohl sie ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe hergestellt wurden
  • Im ersten Lebensjahr keine allergieauslösenden Lebensmittel, wie Fisch, Kuhmilch, Nüsse, Südfrüchte, Hühnerei und Sojaprodukte geben
  • Keine Haustiere
  • Die Kuscheltiere des Kindes regelmäßig waschen
  • Die Wohnung möglichst staubfrei halten

KREUZALLERGIEN

Weil sich die Allergene, mancher Stoffe in ihrer Struktur sehr ähneln, kommt es über die ursprüngliche Allergie hinaus mitunter zu sogenannten Kreuzreaktionen. Kreuzallergien können auftreten, müssen es aber nicht. Ihre Ursache findet sich im Immunsystem und hängt eng mit den Ablauf der allergischen Reaktion zusammen. Bei einer Kreuzallergie spricht man auch von einer pollenassoziierten Lebensmittel-Allergie genannt.
Pollenassoziierte Lebensmittel-Allergien entwickeln sich häufig im Erwachsenenalter. Vor allem bei einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher (Birke, Erle, Hasel) treten oft gleichzeitige Lebensmittel-Allergien auf. Über 50 Prozent der Birkenpollen-Allergiker die auf Birke, Erle und Hasel reagieren, vertragen hauptsächlich Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse, wie Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche und Mandel nicht. Allergien auf Kiwi, Litschi oder Avokado treten eher dann auf, wenn auch weitere Pollenallergien (auf Beifuss) vorliegen.

MÖGLICHE KREUZREAKTIONEN

Birkenpollen: Hasel- und Walnüsse, Mandeln, Karotten, Sellerie, Kern- und Steinobst je im rohen Zustand

Gräserpollen: Hülsenfrüchte (z.B. Erdnüsse), rohe Tomaten, selten: Getreidemehle, Weizen und Roggen

Beifußpollen: rohe Kartoffeln, Paprika, Sellerie, rohe Tomaten, Melone, Kiwi, versch. Gewürze/Kräuter (Kümmel, Anis, Koriander)

Traubenkrautpollen: Banane, Gurke, Melone; Zucchini, grüner Salat

  • Einzelne Obst- und Gemüsesorten werden durch Schälen oder Erhitzen verträglicher
  • Apfelkompott anstelle von rohen Äpfeln
  • Kirschen verarbeitet (z.B. im Kuchen) als Alternative zur frischen Variante
  • Speziell bei Äpfeln gibt es Sortenunterschiede. Apfelsorten wie Altländer, Gloster und Hammerstein sind gut verträglich
  • Kreuzreagierende Lebensmittel können während der Pollenzeit schlechter verträglich sein