PFLANZENVERGIFTUNGEN

Zehntausende Vergiftungsfälle werden jährlich gezählt. Am meisten betroffen sind Kinder unter 6 Jahren und etwa 20% sind ernsthaft gefährliche Vergiftungen.

Die Kinder müssen nicht unbedingt die Blätter oder Beeren in den Mund stecken und hinunter schlucken um das Gift in sich aufzunehmen. Schon das abzupfen der Blüten kann fatale Folgen haben, denn es können sowohl innere als auch äußere Vergiftungen hervorgerufen werden. Beim Spielen zupfen die Kleinen oft Blätter oder Blüten ab, um z. B. das Kochen nachzuahmen, oder sie binden sich Haarkränze aus den giftigen Pflanzen.

GIFTIGE PFLANZEN IN GARTEN UND NATUR

GESAMTE LISTE

  • Eisenhut
  • Eibe (Samen und Nadeln)
  • Tollkirsche (und andere Nachtschattengewächse)
  • Bilsenkraut
  • Schierling
  • Herbstzeitlose (wird häufig mit dem Krokus verwechselt)
  • Stechapfel
  • Seidelbast
  • Engelstrompete und Wunderbaum
  • Goldregen
  • Fingerhut (Digitalis)
  • Rohe Bohnen
  • Rhododendron
  • Oleander
  • Aronstab
  • Maiglöckchen (Blätter werden häufig mit Bärlauch verwechselt)
  • Lampignonblume
  • Efeu
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Liguster
  • Schneebeere (Knackbeere)
  • Vogelbeere (Eberesche)

GIFTIGE ZIMMERPFLANZEN

  • Alpenveilchen
  • Gummibaum
  • Birkenfeige (Ficus benjamini)
  • Dieffenbachie
  • Weihnachtsstern
  • Affenbrotbaum

HINWEISE AUF MÖGLICHE VERGIFTUNG

Plötzlich auftretende unerklärliche Müdigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, Taubheitsgefühle, Sehstörungen, Krämpfe, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfälle, Trockener Mund, oder verstärkter Speichelfluss, Schleimhautschwellung, Hautveränderung (Juckreiz, Rötung, Schmerzen), Atemstörungen.
Wenn Sie Ihr Kind gar bewusstlos vorfinden (mit Verfärbungen um den Mund und an den Händen), schauen Sie ihm in den Mund und holen Sie noch vorhandene Substanzreste heraus.
Führen Sie lebensrettende Sofortmaßnahmen durch und rufen Sie sofort einen Rettungswagen.

WAS TUN BEI PFLANZENVERGIFTUNGEN?

Keine Panik! Ruhe bewahren! Schwere oder gar tödliche Vergiftungen mit Pflanzen sind sehr selten!

Wenn Sie Ihr Kind "auf frischer Tat ertappt haben"! Eventuell noch vorhandene Reste ausspucken lassen. Fragen Sie was es gegessen hat und lassen Sie sich die Pflanzenteile zeigen.
Wichtig sind die folgenden Punkte:
Welche Pflanze hat das Kind verschluckt?
Welche Teile der Pflanze wurden gegessen?
Wurde nur gekaut und ausgespuckt oder verschluckt?
Wie viel wurde verschluckt?

Wenn Sie sind sich nicht sicher, ob die Pflanze giftig ist, die ihr Kind gegessen hat, oder unklar ist wieviel es davon verspeist hat, rufen Sie die Giftnotrufzentrale an - Sie erhalten dort 24 Stunden am Tag eine kostenlose Auskunft!
Wenn Sie eine Pflanze nicht kennen, beschreiben Sie diese dem Berater so genau wie möglich (Aussehen, Standort, Form, Größe, Anordnung der Blätter, Farbe, Blüten, Früchte).
Hat Ihr Kind unerklärliche Symptome rufen Sie ebenfalls eine Vergiftungszentrale an und richten sich nach deren Anweisungen (z. B. Rettungswagen anfordern, selbst in die nächste Kinderklinik fahren).

MASSNAHMEN BEI VERGIFTUNGEN

  • Sicherstellung von Pflanzenmaterial, das zur Identifizierung beitragen kann.
  • Ermitteln, welche Menge und welche Teile (Beeren, Samen, Blätter etc.) geschluckt wurden!
  • Keine Gabe von fetthaltigen Getränken (wie Milch etc.)!
  • Keine Gabe von alkoholhaltigen Getränken!
  • Keine Gabe von Kochsalzlösung!
  • WICHTIG: Die Zufuhr großer Flüssigkeitsmengen (Wasser, Tee, Saft etc.)!
  • Bei Pflanzenvergiftungen haben sich Medizinal-Aktivkohle bzw. Kohle-Compretten bewährt, die wir für Sie bereithalten.
  • Einen Arzt aufsuchen, der in der Lage ist, Bagatellvergiftungen von schweren Vergiftungen zu unterscheiden!
  • Bei der Notwendigkeit einer Darmentleerung nur salinische Abführmittel (Glaubersalz) verwenden, keinesfalls Abführtees oder gar Rizinusö!
  • Eine Behandlung der Symptome sollte dem Arzt vorbehalten bleiben!
  • HINWEIS: Die meisten Pflanzenvergiftungen verlaufen harmlos und rufen lediglich Magen/Darmbeschwerden hervor. In seltenen Fällen muss ein Notarzt hinzugezogen werden!

PFLANZENVERGIFTUNGEN VORBEUGEN

Informieren Sie sich vor dem Kauf über jede Pflanze, sowohl im Haus als auch im Garten oder auf Balkon und Terasse.
Kontrollieren Sie, ob giftige Pflanzen am Schulweg und im Spielumfeld Ihrer Kinder wachsen.
Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich beraten, in Ihrer Mutter und Kind Apotheke oder vom Gärtner, Förster oder Blumenhändler.
Besprechen Sie Vergiftungsrisiken behutsam mit Ihren Kindern und bringen Sie ihnen bei, keine Pflanzenteile zu probieren.