SCHWIMMBADUNFÄLLE

WASSER - FASZINATION UND GEFAHR

Glitzerndes, plätscherndes, prickelndes Wasser ist Lebensquell und Todesfalle zugleich.
Besonders für kleine Nichtschwimmer, die sich meistens zum Wasser hingezogen fühlen, bedeutet Wasser nicht nur reines Vergnügen, sondern viel zu oft tödlichen Ernst. Die Zahlen der Kinderunfallstatistik sprechen eine deutliche Sprache! Ertrinken ist bei Kleinkindern unter fünf Jahren die zweithäufigste Unfallart mit Todesfolge.
Sicherheitsbewusstsein ist nicht nur im Schwimmbad, im Urlaub am Strand, am Pool und auch bei Plantschbecken absolut wichtig. Auch im eigenen Garten ist kindergerechte Gartengestaltung bei Familien mit Kindern, ein absolutes Muss, genauso wie uneingeschränkte elterliche Wachsamkeit.

LAUTLOSE GEFAHR

Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit können für Kleinkindern in Gärten mit ungesicherten Gewässern Lebensgefahr bedeuten.
Auch bei seichten Mini-Biotopen benötigen unbedingt eine Sicherung. Denn Kleinkinder können sich bereits aus einer Wassertiefe von nur wenigen Zentimetern nicht mehr aus eigener Kraft retten. Meistens tritt das Phänomen der Schockstarre ein, welches panische Kinder bewegungsunfähig macht. Zusätzlich ist bei kleinen Kindern die Muskulatur oft noch zu schwach, um in einer solchen Notlage den Kopf hoch genug aus dem Wasser zu heben.
Ertrinken ist ein lautloser Tod!
Schon ein paar Sekunden elterlicher Unachtsamkeit können zur Katastrophe führen. Dann hört man kein Schreien, kein wildes Um-sich-Schlagen. Völlig laut- und regungslos können Kleinkinder ins Wasser gleiten.
Der Wasserunfall muss nicht immer tödlich enden, jedoch sind überlebende Kinder abhängig von der Dauer des erlittenen Sauerstoffmangels. Es können schwere bleibende Gehirnschäden auftreten.

TIPPS ZUR SICHERHEIT IM WASSER

  • Erwachsene haben die Aufsichtspflicht! Immer und ausnahmslos!
  • Lassen Sie Ihre Kinder im Wasser und in Wassernähe niemals aus den Augen!
  • Legen Sie bei Familienfesten und sonstigen Besuchen genau fest, wer wann auf die Kinder aufpasst!
  • ACHTUNG: Spielzeug!
  • Aufblasbare Gummitiere machen Spaß im Wasser, bieten im Ernstfall aber keinerlei Schutz.
  • Egal, ob aufblasbares Krokodil, Schlauchboot oder auf der Luftmatratze; immer Schwimmflügel anziehen! Selbst diese bieten keinen sicheren Schutz. Aufsichtspflicht!!!
  • Legen Sie Ihrem Kind nur mit dem CE-Zeichen versehene Schwimmhilfen an! Oberarm-Schwimmflügel müssen mehrere voneinander getrennte (aufblasbare) Luftkammern haben und Sicherheitsventile aufweisen.
  • Mobil- und Schnurlostelefone im Garten immer griffbereit haben – Notruf-Nummern inklusive.
  • Frischen Sie Ihr Wissen immer wieder auf, z. B. in einem Erste-Hilfe-Kurs! Im Notfall zählt jede Sekunde.

GEWÄSSER IM GARTEN RICHTIG SICHERN

Wasser im Garten kann mit einigen Sicherheitsmassnahmen auch für die jüngste Generation Genuss statt Gefahr bedeuten!

SWIMMINGPOOL

  • Installieren Sie – für die Zeit der Nichtbenutzung – eine Pool-Abdeckung nach Maß!
  • Installieren Sie rund um den Pool eine verschließbare Umzäunung für optimalen Schutz.
  • POOL Alarmgeräte installieren (im Fachhandel erhältlich)

SCHWIMMTEICH

  • Schwimmteiche nur an gut einsehbaren Stellen im Garten anlegen!
  • Professionelle Umzäunung des gesamten Wasserbereichs – inklusive aller Stege und Plattformen installieren. Dabei sollte ein stabiler, unüberwindbarer Zaun den Schwimmteich rund ums Jahr sichern. Auch im Winter, wenn das Eis zum Betreten verlockt. Der Zaun muss mindestens 1 Meter vom Ufer entfernt sein und eine Höhe von mindestens 1,1 Metern aufweisen. Die Maschenweite eines Drahtzauns bzw. der Abstand zwischen den Brettern eines Holzzauns darf maximal 4 cm betragen. Die Türe muss entsprechend mittels Türschloss gesichert sein.
  • WICHTIG: Verschließbare Zugänge zu Nachbargrundstücken schaffen!

REGENTONNE, MINI-TEICHE, BRUNNEN

  • Regentonnen und Mini-Teiche stellen für Kleinkinder ein großes Risiko dar und sollten mit einer verschließbaren Abdeckung versehen werden.
  • Die Gefahrenzone Brunnen kann mit einem fix montierten, massiven Gitter entschärft werden.

SCHWIMMBAD - VERLETZUNGEN

SPRUNGBRETT
Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind Sprungbretter äußerst beliebt. Kopfüber ins kühle Nass – dieser Spaß endet jedoch nicht selten in der Klinik.
Das Schwimmbad kann schnell zur Verletzungsquelle werden. Denn 90 Prozent aller Verletzungen durch Sprünge ins Wasser treten nicht etwa in trüben Seen auf, deren Tiefe man schlecht abschätzen kann, sondern im Schwimmbecken.
Nasenbrüche, Frakturen der Wangenknochen oder Verstauchungen des Nackens sind nicht selten bei tobenden Kindern im Schwimmbad.
Besonders verletzungsanfällig sind dabei die Wasserratten zwischen 10 und 14 Jahren – am kritischsten ist der Badespaß statistisch gesehen mit 12 Jahren, wobei Jungen doppelt so gefährdet sind.
Besonders Kopf und Nacken leiden unter den waghalsigen Sprüngen, ein Fünftel der Verletzungen betreffen das Gesicht. Am häufigsten sind Platzwunden und Prellungen. Die Ursache ist meistens der Zusammenprall mit dem Sprungbrett. Je älter die Kinder sind, desto häufiger verletzten sie sich auch unter Wasser – beispielsweise, wenn das Schwimmbecken oder das Gewässer nicht tief genug ist. Vor allem Kopfsprünge oder Handstände beziehungsweise Sprünge rückwärts fordern Verletzte.

Jungen landen nach waghalsigen Sprüngen zweimal so oft im Krankenhaus wie Mädchen
. Die Hauptverletzungsquellen sind dabei nicht einmal die höheren Sprungbretter. Mehr als 80 Prozent der Verletzungen entstehen bei Sprüngen aus einem Meter Höhe oder weniger.

GEFAHRENQUELLE WASSERRUTSCHE

Bei den Aktivitäten im Schwimmbad stellt das eigentliche Schwimmen und Tauchen ein geringeres Unfallrisiko dar - natürlich nur wenn die Kinder schwimmen können.
Weitaus unfallträchtiger sind die Aktivitäten rund um das Becken, bei den Jugendlichen vor allem an den Wasserrutschen. Die Wasserrutsche stellt eine potenzielle Gefahrenquelle dar!

Jeder fünfte Unfall passiert auf der Wasserrutsche - oft durch Kollisionen im Mündungsbereich oder durch Sturz oder Ausrutschen. Mehr als ein Drittel aller Verletzungen betreffen Kopf und Gesicht. Jedes vierte Unfallkind im Schwimmbad befindet sich ohne Begleitung eines Erwachsenen.

PRÄVENTIONSTIPPS

  • Eltern sollten bei der Entscheidung, ein Kind alleine ins Schwimmbad gehen zu lassen folgendes beachten: Kann es sicher schwimmen und im Wasser auch bei unvorhergesehenen Situationen in der richtigen Weise reagieren? Wie selbständig, erfahren und zuverlässig ist es? Kinder müssen genau wissen, was erlaubt bzw. verboten ist, sie müssen häufiger an die wichtigsten Verhaltensregeln erinnert werden.
  • Kinder sollten bereits im Vorschulalter schwimmen lernen.
  • Nichtschwimmer gehören ins Nichtschwimmerbecken.
  • Beim ersten Besuch in einem Bad sollten Kinder mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht werden, sowie über Gefahrenquellen informiert und über Baderegeln aufgeklärt werden.
  • Eltern müßen Ihre Kinder immer im Auge behalten. Unabhängig davon, ob Kinder mit oder ohne Hilfsmittel (z.B. Schwimmflügel) ins Wasser gehen: Eltern und Erziehungsberechtigte haben immer die Pflicht zur aktiven und konsequenten Aufsicht (trotz Badaufsicht).
  • Bei der Nutzung von Wasserrutschen sind die Sicherheitshinweise und -Regeln zu beachten, wie z. B den Sicherheitsabstand zum Vordermann halten, den Mündungsbereich nach dem Rutschen sofort verlassen.
  • Vor der Nutzung der Sprunganlagen immer sicherstellen, dass die Wasserfläche darunter frei ist.
  • Kinder sollen am Beckenrand (wo es meist rutschig ist) nicht laufen.

STÜRZE IM SCHWIMMBAD

sind ebenfalls häufige Verletzungsgründe, vor allem auf Stufen, Übergängen und in den Duschen. Trocken wirken die meisten Bodenbeläge noch rutschfest, bei Nässe steigt die Sturzgefahr. Hier empfiehlt es sich besser zu gehen als zu laufen. Oder rutschfeste Schwimmschuhe zu tragen. Diese bieten nicht nur zusätzliche Sicherheit, sondern schützen außerdem vor Verletzungen durch scharfe Kanten und vor Bienen- und Wespenstichen unter der Fußsohle. Eine weitere mögliche Gefahrenquelle sind die Ansaugöffnungen an Beckenrand und -boden, durch die das Wasser in die Umwälzanlage oder in Fontänen und Düsen gelangt. Lange Haare können sich im schlimmsten Fall darin verfangen, kleine Kinderhände darin stecken bleiben. Deswegen, unbedingt Abstand halten und Kinder konsequent auf diese Gefahren hinweisen.

AUSGESCHLAGENER ZAHN

Grundsätzlich können ausgeschlagene Zähne zurückgepflanzt werden und wieder normal einwachsen. Allerdings darf ein Zahn nicht mehr als 20-30 Minuten trocken sein! Ausgeschlagene Zähne müssen sofort gesucht und in ein zellverträgliches Medium (Zahnrettungsbox aus der Apotheke) eingegeben werden! Danach sofort den Zahnarzt aufsuchen, der den ausgeschlagenen Zahn wieder zurücksetzen und schienen kann.

WICHTIG:
Die Wurzeloberfläche darf nicht austrocknen!
Der Zahn muss sofort feucht gehalten werden!
Die Wurzeloberfläche darf nicht berührt werden!
Die Wurzeloberfläche darf nicht desinfiziert werden!

ZAHN SUCHEN!
Zahn sofort in ein spezielles Nährmedium eingeben
(Zahnrettungsboxen SOS Zahnbox oder Dentosafe).

WENN KEINE ZAHNRETTUNGSBOX VORHANDEN IST:
H-Milch
->für begrenzte Zeit kann ein ausgeschlagener Zahn in Sterilmilch gelagert werden
Kunststoff-Folie -> Zahn zum Feuchthalten in Kunststoff-Folie (Gefrierbeutel o.ä.) einwickeln
isotone NaCl-Lösung -> vom Apotheker/Arzt - nicht selbst mischen

VÖLLIG UNGEEIGNET:
normales Wasser, trockene Aufbewahrung, Speichel

WENN UNMITTELBAR KEINE ZAHNRETTUNGSBOX ZUR VERFÜGUNG STAND, DER ZAHN ABER MIT EINER DER OBEN GENANNTEN METHODEN GERETTET WURDE:
Den Zahn möglichst bald - innerhalb von 30 Minuten - in das Nährmedium der Zahnrettungsbox umlagern!
Den Zahn vor Wiedereinpflanzen mindestens 30 Minuten in dem Nährmedium der Zahnrettungsbox aufbewahren!

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